Inhaltsverzeichnis:
- Ermittler belasten Heino E. mit vier Brandserien
- Rauchvergiftung bei Bewohnern durch weiteres Feuer am 2. Dezember
- Festnahme in Dresden nach Videoüberwachung
- Sicherungsverwahrung nicht ausgeschlossen
Ermittler belasten Heino E. mit vier Brandserien
Am Dienstag, dem 29. Juli 2025, begann vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gegen Heino E. Der Mann ist mehrfach vorbestraft und wird beschuldigt, zwischen November 2024 und Januar 2025 vier Brandserien im Wohnblock an der Lene-Voigt-Straße verursacht zu haben. Laut Anklage sind elf Menschen verletzt worden. Die Vorwürfe umfassen schwere Brandstiftung, Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Bereits am 5. November 2024 gegen 23:00 Uhr soll E. zum ersten Mal Feuer gelegt haben – in einer Kellerbox der Hausnummer 6. Das Feuer griff auf weitere Abteile über, zwei Menschen mussten in eine Klinik gebracht werden. Nur zwölf Stunden später soll er erneut zugeschlagen haben. Eine Spanplatte brannte, Rohrleitungen wurden beschädigt. Der Hausmeister konnte Schlimmeres verhindern.
Rauchvergiftung bei Bewohnern durch weiteres Feuer am 2. Dezember
Ein weiterer schwerwiegender Vorfall ereignete sich am 2. Dezember kurz nach Mitternacht. Dabei drang Rauch durch das Treppenhaus bis in die Wohnungen. Ein 66-jähriger Bewohner und ein 12-jähriges Mädchen erlitten eine Rauchgasvergiftung. Beide wurden ambulant behandelt. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Auch hier hatte das Feuer im Keller begonnen.
Ein viertes Feuer wurde am 31. Januar gegen 00:30 Uhr festgestellt. Diesmal brannte Unrat im Keller, es gab weder Verletzte noch eine Evakuierung. Dennoch wurde die Hausinfrastruktur beschädigt. Der Gesamtschaden aller Brände wird auf etwa 900.000 Euro geschätzt.
Festnahme in Dresden nach Videoüberwachung
Die Polizei setzte auf gezielte Überwachung. Am 2. Februar 2025 wurde Heino E. in Dresden festgenommen. Dort hielt er sich bei seiner Familie auf. Ein Richter hatte bereits einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Der gelernte Gärtner ist der Polizei nicht unbekannt. Bereits Anfang der 2000er Jahre wurde er in Dresden wegen Brandstiftung auffällig.
2018 wurde er vom Landgericht Dresden zu über sieben Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung zog er nach Leipzig und wohnte im Erdgeschoss des Hauses, in dem später die Brandserie begann.
Sicherungsverwahrung nicht ausgeschlossen
Der Prozess startete mit der Verlesung der Anklageschrift. Der Angeklagte will sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Sein Verteidiger Rolf Franek kündigte an, dass sich E. lediglich zu seiner Person äußern werde. Der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr wies bereits darauf hin, dass im Falle einer Verurteilung die Sicherungsverwahrung geprüft werde.
Bei einer Einstufung als gefährlich könnte Heino E. auch nach Verbüßung einer Haftstrafe dauerhaft in Sicherungsverwahrung bleiben. Bis zum 28. August sind vier weitere Verhandlungstage angesetzt.
Geplant sind unter anderem Aussagen von Hausbewohnern, Ermittlern und Sachverständigen zur Brandursache. Die Justiz will nicht nur die Schuldfrage klären, sondern auch die Motive.
Quelle: Leipziger Zeitung, www.fox360.net/de