Donnerstag, 24 Juli 2025 12:33

Gefälschte Steuerbriefe verunsichern Bürger in Sachsen

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Gefälschte Steuerforderung sorgt für Verunsicherung Gefälschte Steuerforderung sorgt für Verunsicherung Foto: Redaktion

In Sachsen warnt die Verbraucherzentrale vor einer neuen Betrugsmasche mit gefälschten Zahlungsaufforderungen. Besonders betroffen sind Rentner und ehemalige Selbstständige. Schreiben im Namen des Bundeszentralamts für Steuern sollen zur Zahlung hoher Beträge auffordern. Die Forderungen wirken offiziell, enthalten aber zahlreiche Hinweise auf Fälschung.

Inhaltsverzeichnis:

Verdächtiger Brief an Rentner aus Markneukirchen

Ein ehemaliger Instrumentenbauer aus dem vogtländischen Markneukirchen erhielt kürzlich ein Schreiben, das ihn stutzig machte. Herr T., der seine Werkstatt bereits vor Jahren geschlossen hatte, sollte über 300 Euro überweisen. Der angebliche Grund: ein fehlender Jahresabschluss.

Die Adresse des Empfängers war korrekt, ebenso wie das Formular scheinbar offiziell wirkte. Es enthielt den Bundesadler, ein Kassenzeichen und eine angebliche Behördenadresse. Doch Herr T. reagierte richtig: Er kontaktierte die Verbraucherzentrale Sachsen, die schnell feststellte, dass die Zahlung auf ein Konto in Spanien erfolgen sollte. Das enttarnte das Schreiben als Betrugsversuch.

Heike Teubner warnt vor Täuschung

Die Verbraucherschützerin Heike Teubner betont, dass die Schreiben auf den ersten Blick echt erscheinen. Genau das sei das Gefährliche. Die Gestaltung zielt darauf ab, Vertrauen zu schaffen und Druck aufzubauen – insbesondere bei älteren Menschen oder Personen, die unter Zeitdruck stehen.

Viele Empfänger könnten bei Fristabläufen oder komplizierten Steuerfragen geneigt sein, solche Forderungen ungeprüft zu begleichen. Besonders jetzt, da der Stichtag für die Steuererklärung 2024 – der 31. Juli – naht, wächst das Risiko.

Warnsignale erkennen und richtig reagieren

Die Verbraucherzentrale Sachsen nennt klare Anzeichen für Betrugsversuche:

  • Zahlungsaufforderungen auf ausländische Konten
  • Drohungen mit Fristen, Bußgeldern oder Sanktionen
  • Fehlende oder schwer erreichbare Kontaktinformationen
  • Ungewöhnliche Sprache oder Formatierungsfehler
  • Keine vorherige behördliche Korrespondenz

Im Zweifel sollte keine Überweisung erfolgen. Stattdessen raten die Experten, sich direkt an offizielle Stellen oder die Verbraucherzentrale zu wenden – aber niemals über die im Schreiben genannten Kontaktdaten.

Verbraucherzentrale bleibt zentrale Anlaufstelle

Die Verbraucherzentrale Sachsen befürchtet eine Zunahme solcher gefälschten Briefe. Besonders gefährdet seien Personen, die ehemalige Gewerbetreibende waren oder im Ruhestand stehen. Diese Gruppen verlieren oft den Überblick über ihre frühere Geschäftsaktivität.

Für Hilfe und Beratung steht die Verbraucherzentrale telefonisch unter 0341 6962929 oder online unter verbraucherzentrale-sachsen.de/terminvereinbarung zur Verfügung. Wichtig ist: Verdächtige Briefe genau prüfen und nicht vorschnell zahlen.

Quelle: TAG24, www.milekcorp.com/de/