Inhaltsverzeichnis:
- Marc Struhalla und die Geschichte der Gründung
- Enzyme in der Produktion in Leipzig
- Finanzierung und Investoren
- Integration in die Kerry-Gruppe
Marc Struhalla und die Geschichte der Gründung
Firmenchef Marc Struhalla stammt aus der Region Osnabrück und kam vor über 30 Jahren nach Leipzig, um Biochemie zu studieren. Gemeinsam mit vier weiteren Absolventen der Universität Leipzig gründete er später das Unternehmen c-LEcta. Grundlage war eine selbst entwickelte Screening-Methode, die als Patent angemeldet wurde. Aus dieser Idee entstand die heutige Firma.
Heute arbeiten dort überwiegend Wissenschaftler. Sie entwickeln Enzyme, die in Waschmitteln, Medikamenten oder Lebensmitteln eingesetzt werden. Beispiele sind Steviolglykoside in Cola Zero oder Verfahren zur Entfernung von Laktose aus Milch.
Enzyme in der Produktion in Leipzig
Das neue Gebäude erlaubt eine kleine eigene Herstellung. Bisher lieferte c-LEcta vor allem Technologien an Konzerne wie BASF oder Evonik. Nun entstehen in Leipzig auch begrenzte Mengen der biochemischen Produkte.
- Entfernung von Bitterstoffen aus Stevia-Extrakten
- Herstellung von Süßstoffen für Getränke
- Einsatz in Waschmitteln und Reinigungsmitteln
- Entwicklung von Lösungen für die Pharmaindustrie
Die Produktion direkt am Standort ist für c-LEcta ein strategischer Schritt. Sie macht das Unternehmen unabhängiger und stärkt die Position in der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.
Finanzierung und Investoren
Die Entwicklung in der Biotechnologie dauert im Durchschnitt 22 Jahre. In dieser Zeit müssen große Summen investiert werden, ohne dass Einnahmen fließen. Deshalb ist die Branche stark auf Risikokapital angewiesen.
André Hofmann vom Branchenverband biosaxony bezeichnet c-LEcta als Erfolgsgeschichte. Doch er betont, dass Investoren in Ostdeutschland selten seien. Auch bei c-LEcta stammte das Kapital nicht aus Sachsen, sondern von Risikogeldgebern aus anderen Regionen.
2022 verkauften diese Investoren ihre Anteile an die Kerry-Gruppe. Der Kaufpreis betrug fast 140 Millionen Euro. Der Standort Leipzig bleibt jedoch langfristig erhalten.
Integration in die Kerry-Gruppe
Marc Struhalla führt nun nicht mehr nur die Firma c-LEcta, sondern leitet auch die Forschung an Enzymen für den gesamten Konzern. Die Integration in die Kerry-Gruppe erfolgt behutsam. Die Iren wollen das besondere Know-how in Leipzig erhalten und nutzen.
Die internationale Muttergesellschaft sieht in c-LEcta ein Modellunternehmen. Sie möchte von den Leipziger Entwicklungen lernen und die Forschung auf weitere Bereiche übertragen. Damit ist die Zukunft des Standorts gesichert und zugleich erweitert sich der Aufgabenbereich des Firmengründers deutlich.
Quelle: MDR, www.on-the-top.net/de/