Inhaltsverzeichnis
- Audi Q5 und Rechnung über 62.000 Euro
- Banco Bilbao und IBAN mit DE-Kennung
- Christian Mörschke und Manipulation von Mailaccounts
Audi Q5 und Rechnung über 62.000 Euro
Die Inhaberin der Leipziger Fahrschule erhielt die Rechnung für den Audi Q5 per E-Mail und überwies rund 62.000 Euro. Die Bankverbindung war im Dokument angegeben. Sie nutzte ausschließlich diese Daten. Eine weitere Verbindung war für sie nicht sichtbar.
Etwa eine Woche später kontaktierte ein Mitarbeiter des Autohauses die Frau telefonisch. Dort war kein Zahlungseingang verbucht. Am 8. Februar 2026 schilderte sie im MDR-Magazin Kripo live den Ablauf. Auf die Frage nach der IBAN habe sie geantwortet: "Es ist ja nur eine drauf." Das Autohaus übersandte daraufhin die ursprüngliche Rechnung erneut. Diese enthielt zwei Bankverbindungen.
Beim Vergleich beider Dokumente wurde klar, dass die zuerst erhaltene Rechnung manipuliert worden war. Layout und Inhalte wirkten identisch. Lediglich die Kontodaten unterschieden sich. Ähnliche Fälle von Cyberkriminalität in Sachsen belegen, dass solche Taten regelmäßig hohe Summen betreffen.
Banco Bilbao und IBAN mit DE-Kennung
Die auf der gefälschten Rechnung angegebene IBAN führte zu einem Konto bei der Banco Bilbao. Tückisch war die DE-Kennung. Dadurch erschien die Nummer wie eine deutsche Bankverbindung. Als Kontoinhaber war Ionut Lazar eingetragen. Dieser Name war dem Autohaus unbekannt.
Nach Bekanntwerden wurde die Polizei eingeschaltet. Das Konto war der Bank bereits wegen auffälliger Zahlungsbewegungen aufgefallen. Der Betrag wurde eingefroren, wie Christian Mörschke, Leiter des Revierkriminaldienstes vom Polizeirevier Leipzig Südost, im MDR-Magazin bestätigte.
Das Leipziger Autohaus erhielt inzwischen 50 Prozent der überwiesenen Summe zurück. Rund 31.000 Euro bleiben vorerst gesichert. Ob weitere Rückzahlungen möglich sind, ist offen. Weitere Ermittlungen zu vergleichbaren Delikten finden Leser hier lesen.
Mörschke geht davon aus, dass es weitere Geschädigte gibt. In der Vergangenheit seien zahlreiche Überweisungen auf dieses Konto erfolgt. Ein weiterer Betrugsfall in Leipzig richtete sich ebenfalls gegen Bürger der Stadt.
Christian Mörschke und Manipulation von Mailaccounts
Kriminelle verschaffen sich gezielt Zugang zu E-Mail-Konten. Laut Christian Mörschke werden Zugangsdaten im Darknet angeboten. Täter loggen sich ein. Sie prüfen Rechnungen im Posteingang und im Versand. Danach verändern sie IBAN und Empfängernamen. Die manipulierten Dateien ersetzen das Original.
So gelangen hohe Beträge auf Konten der Täter, ohne dass Unternehmen den Eingriff sofort erkennen. Besonders gefährdet sind Zahlungen im fünfstelligen Bereich. Im vorliegenden Fall waren es knapp 62.000 Euro.
Banken führen inzwischen Empfängerüberprüfungen durch. Dabei wird geprüft, ob Name und IBAN zusammenpassen. Wird jedoch beides angepasst, greift dieses System nicht. Der Bundesverband deutscher Banken erklärte auf MDR-Nachfrage, dass in solchen Fällen die Empfängerprüfung positiv ausfällt, wenn der geänderte Name zum Konto des Betrügers passt.
Wichtige Präventionsmaßnahmen laut Bundesverband deutscher Banken
- Sorgfältige Rechnungsprüfung
- Abgleich der Summe mit der Bestellung
- Kontrolle der Daten des Rechnungsausstellers
- Vergleich mit früheren Zahlungen
- Bestätigung bei neuer Bankverbindung
- Direkte Kontaktaufnahme mit dem Anbieter
- Nutzung bereits bekannter Telefonnummern
- Zusätzliche Kontrolle bei hohen Beträgen
- Einführung eines Vier-Augen-Prinzips
- Interne Freigabeprozesse vor Überweisung
Der Fall aus Leipzig zeigt, dass manipulierte E-Mails erhebliche finanzielle Schäden verursachen können. Ermittler prüfen weitere mögliche Betroffene. Ein Teil der 62.000 Euro wurde gesichert. Die Untersuchungen dauern an.
FAQ
Wie kam es zum Betrug bei der Leipziger Fahrschule?
Die Inhaberin erhielt eine manipulierte Rechnung per E-Mail und überwies rund 62.000 Euro für einen Audi Q5 auf ein betrügerisches Konto.
Warum fiel die gefälschte IBAN nicht sofort auf?
Die angegebene IBAN hatte eine DE-Kennung und wirkte dadurch wie eine deutsche Bankverbindung, obwohl das Konto zur spanischen Banco Bilbao gehörte.
Wer ist Christian Mörschke?
Christian Mörschke ist Leiter des Revierkriminaldienstes vom Polizeirevier Leipzig Südost und äußerte sich im MDR-Magazin Kripo live zum Stand der Ermittlungen.
Wurde das überwiesene Geld vollständig zurückgeholt?
Nein. Das Konto wurde eingefroren, und das Autohaus erhielt 50 Prozent der überwiesenen Summe zurück.
Wie manipulieren Täter Rechnungen per E-Mail?
Kriminelle verschaffen sich Zugang zu Mailaccounts, verändern IBAN und Empfängernamen in Rechnungen und ersetzen unbemerkt die Originaldokumente im Postfach.
Welche Schutzmaßnahmen empfehlen Banken?
Empfohlen werden eine sorgfältige Rechnungsprüfung, die telefonische Bestätigung geänderter Bankverbindungen sowie ein Vier-Augen-Prinzip bei hohen Beträgen.
Quelle: MDR, MIELKCORP