Inhaltsverzeichnis:
- Der Hase mit den Bernsteinaugen
- Im weißen Rössl im Nationalsozialismus
- Csárdásfürstin und The Producers
- Alfred Szendrei im Gewandhaus
- Gefeiert und vergessen
Der Hase mit den Bernsteinaugen
Im Zentrum der kommenden Spielzeit steht eine Musicalpremiere. „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ basiert auf dem Roman von Edmund de Waal mit dem Untertitel „Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi“. Die Handlung thematisiert eine im Holocaust verschwundene Sammlung und reiht sich in aktuelle Kulturformate ein, über die auch mehr hier berichtet wird.
Als Premierentermin wird der 28. Februar 2026 in der Musikalischen Komödie Leipzig genannt. Zusätzlich ist für den 17. Oktober 2026 die deutsche Erstaufführung vorgesehen. Diese folgt auf eine gefeierte Uraufführung in Linz.
Im weißen Rössl im Nationalsozialismus
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Operetten mit belasteter Aufführungsgeschichte. „Im weißen Rössl“ wurde im Nationalsozialismus als „entartetes“ Werk verboten. 1935 durfte es nur noch als reduzierter Musikfilm ohne die Kompositionen jüdischer Autoren erscheinen.
An der Uraufführung 1930 waren zahlreiche später verfolgte Künstler beteiligt, darunter Erik Charell, Robert Gilbert, Bruno Granichstaedten, Camilla Spira, Max Hansen, Ernst Stern und der Dirigent Adolf Brenner. Die neue Leipziger Inszenierung feiert am 28. Februar 2026 Premiere. Sie ergänzt eine Dekade der Musik und Kultur in Leipzig um einen historischen Aspekt.
Csárdásfürstin und The Producers
Auch bekannte Publikumserfolge sind Teil des Themenjahres. „Die Csárdásfürstin“ steht am 7. und 8. Februar 2026 auf dem Spielplan. Ihr Komponist Emmerich Kálmán musste 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrieren.
Ende Juni folgen Aufführungen von „The Producers“ am 27. und 28. Juni 2026. Das Musical von Mel Brooks parodiert Hitler, den Nationalsozialismus und das Showgeschäft. Ergänzt wird das Programm durch den Talkabend „Achtung! Achtung! Klischee!“ am 25. Juni 2026 sowie durch den mobilen jüdischen Liederabend „Wiegala“.
Alfred Szendrei im Gewandhaus
Ein besonderer Termin erinnert an einen Leipziger Musiker. Am 1. März 2026 findet im Gewandhaus zu Leipzig ein Gedenkkonzert zum 50. Todestag von Alfred Szendrei statt. Auf dem Programm stehen Klavierlieder, Kammermusik und Auszüge aus der Oper „Der türkisenblaue Garten“.
Mitwirkende sind Musikerinnen und Musiker des Gewandhausorchesters und des MDR-Sinfonieorchesters. Beteiligt sind der Pianist Jan Philip Schulze und das Solistenensemble der Oper Leipzig. Szendrei war von 1918 bis 1924 Erster Kapellmeister am Leipziger Opernhaus.
Gefeiert und vergessen
Begleitend erscheint eine wissenschaftliche Publikation. Dr. Allmuth Behrendt dokumentiert darin erstmals 120 Lebenswege verfolgter Künstlerinnen und Künstler der Leipziger Oper zwischen 1890 und 1933. Das Buch trägt den Titel „Gefeiert und vergessen“ und erschien im Verlag Hentrich & Hentrich.
Die Recherche ergänzt das Bühnenprogramm um eine historische Perspektive und schließt den thematischen Rahmen des sächsischen Jahres der jüdischen Kultur.
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Quelle: LEIPZIGER ZEITUNG, SN2 WORLD
FAQ
Was ist das Themenjahr „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur“?
Das Themenjahr ist eine landesweite Initiative in Sachsen und läuft vom 14. Dezember 2025 bis zum 12. Dezember 2026 mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen.
Welche Rolle spielt die Oper Leipzig?
Die Oper Leipzig beteiligt sich mit Premieren, Wiederaufnahmen, Konzerten, Talkformaten und Publikationen zur jüdischen Kulturgeschichte.
Wann findet die Premiere von „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ statt?
Die Premiere ist für den 28. Februar 2026 in der Musikalischen Komödie Leipzig angesetzt.
Warum ist „Im weißen Rössl“ Teil des Programms?
Die Operette wurde im Nationalsozialismus als „entartetes“ Werk verboten und steht exemplarisch für verfolgte jüdische Künstler.
Woran erinnert das Konzert im Gewandhaus zu Leipzig?
Das Konzert am 1. März 2026 erinnert an den Komponisten und Dirigenten Alfred Szendrei anlässlich seines 50. Todestages.