Inhaltsverzeichnis:
- Tigermutter Yushka stellte Versorgung ein
- Argumentation des Zoo Leipzig
- Unterstützung von Zoodirektoren
- Juristische Schritte von Peta
Tigermutter Yushka stellte Versorgung ein
Am vergangenen Mittwoch brachte die Amurtigerin Yushka erstmals Nachwuchs zur Welt und kümmerte sich zunächst auch um ihren Nachwuchs. Allerdings nur einen Tag lang, dann stellte sie unter anderem das Säugen der Jungtiere ein. Nach Aussage von Zoodirektor Jörg Junhold wurde ihr Verhalten zwei Tage lang beobachtet. Dann sei die Entscheidung getroffen worden, die Tigerbabys einzuschläfern. Sie seien schon extrem geschwächt gewesen und hätten keine Überlebenschance gehabt.
Argumentation des Zoo Leipzig
Der Zoodirektor begründet das Einschläfern unter anderem mit aktivem Artenschutz. Eine Handaufzucht sei deshalb nicht in Frage gekommen, schreibt der Zoo auf seiner Internetseite. Die Aufzucht von Nachwuchs durch die Katzenmutter sowie das Lernen vom Muttertier sind für das natürliche Verhalten ohne Fehlprägungen essenziell. Diesem wissenschaftlichen Anspruch zur artgemäßen Wildtierhaltung seien sie als Zoo Leipzig verpflichtet.
Allerdings sorgt dieses Argument auch für Kopfschütteln. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbunds, Thomas Schröder, etwa nennt das Zuchtmanagement der Zoos unvernünftig. In der ARD sagte er, es sei kein Weg, zu züchten und dann, wenn man die Tiere nicht unterbringt oder nicht gebrauchen kann für Publikumsverkehr, dass man sie dann wegschafft und tötet.
Unterstützung von Zoodirektoren
Dem widerspricht unter anderem Arne Lawrenz. Er ist Direktor des Zoos in Wuppertal. Im ARD-Morgenmagazin begründete er die Zuchtprogramme der deutschen und internationalen Zoos. Weil sie eine Reservepopulation halten müssten, weil der Lebensraum, die Natur nicht mehr da sei. Die letzten Tiere dieser Art lebten in den Zoos und die müssten sie aufrechterhalten.
Vielleicht, weil sie naiv seien, weil sie glaubten, dass sie sie irgendwann wieder, wenn der Lebensraum wieder da sei, die Zeit da sei, auswildern könnten. Dafür brauche es stabile resiliente Populationen. Das gehe nur über Geburten und letztendlich über eine gesteuerte Mortalität, also den Tod. Das werde jeder Wissenschaftler, jeder Forscher sagen und jeder, der schon mal eine Population gemanagt habe.
Juristische Schritte von Peta
Der Leipziger Zoo hofft jetzt darauf, dass Amurtigerin Yushka aus den Erfahrungen mit ihrem ersten Wurf gelernt hat. In der Zukunft werde sie bestimmt einen Beitrag zum Fortbestand der Art mit einer natürlichen Aufzucht von Nachwuchs leisten können.
Bis dahin wird sich der Zoo möglicherweise juristisch mit dem eingeschläferten Tigernachwuchs beschäftigen müssen. Die Tierrechtsorganisation Peta hat jetzt angekündigt, Strafanzeige zu erstatten. Dabei soll geprüft werden, ob das Töten der Tigerbabys rechtmäßig war.
Die Tierschützer fordern außerdem einen sofortigen Stopp des Zuchtprogramms. In freier Wildbahn nähmen Tigermütter ihren Nachwuchs fast immer an. Dass Yushka im Leipziger Zoo das nicht gemacht habe, sei eine Folge künstlicher Zucht in Gefangenschaft.
Quelle: MDR, Youtube/Bidone1967, www.extratimeout.com/de